TikTok polarisiert – wie hier an einer Demonstration der Opposition in Tirana im März 2025 gegen die Regierung, die den Betrieb der Plattform in Albanien verbieten will. (AP Photo/Vlasov Sulaj)

In der Schweiz nutzen rund 2,2 Millionen Menschen TikTok, laut einer Erhebung von TikTok selbst. Ungefähr die Hälfte der Nutzer ist in der Alterskategorie von 15 bis 24 Jahren. Neben vielen seriösen und geprüften Inhalten auf TikTok, etwa von Zeitungen und Medienhäusern, kursieren auch Videos, die bewusst Desinformationen verbreiten. Umso wichtiger ist es, Schüler und Schülerinnen dafür zu sensibilisieren.

Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, Jugendliche beim Erlernen einer kritischen Medienkompetenz zu begleiten. TikTok kann dabei als Werkzeug genutzt werden – sowohl, um Diskussionen anzustossen, als auch, um Themen lebendig in den Unterricht einzubinden.

TikTok im Unterricht

Die Plattform bietet viele Möglichkeiten, in aktuelle Themen einzusteigen und diese kritisch zu betrachten. Hier einige Beispiele:

  • Video als Diskussionseinstieg: Ein kurzes Faktencheck-Video kann den Unterricht einleiten. Danach können die Schüler und Schülerinnen zum Beispiel darüber diskutieren, ob sie selbst schon einmal Fehlinformationen vertraut haben, ohne es zu merken.
  • Reflexion über den eigenen Konsum: Soll TikTok als App thematisiert werden, können die Schüler und Schülerinnen zum Beispiel Fragen beantworten zu ihrem eigenen Konsum. Wie viel Zeit verbringt jeder von ihnen täglich auf der App? Welche Influencer sind besonders beliebt? Welche Rolle spielen diese Vorbilder bei der Meinungsbildung?

Zum Thema Influencer hat UseTheNews Deutschland zusammen mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg eine Unterrichtseinheit entwickelt, die kostenfrei genutzt werden kann. Darin befinden sich Arbeitsblätter und ein Unterrichtsentwurf, wie ein solches Thema im Unterricht behandelt werden kann.

News auf TikTok

Wir haben im Folgenden einige Kanäle zusammengestellt, die News oder gesellschaftliche Themen auf eine leicht verständliche und unterhaltsame Weise aufbereiten. Einige davon richten sich spezifisch an eine junge Zielgruppe.

@babanews

Baba News ist ein unabhängiges Online-Magazin. Ihr Ziel ist es, Menschen mit Migrationsgeschichte eine Plattform zu bieten. Auf ihrem TikTok-Kanal postet die Redaktion meistens Videos zu Gesellschaftsthemen wie Migration, Rassismus und Politik. Die Videos sind leicht verständlich, unterhaltsam aufbereitet und richten sich spezifisch an eine junge Zielgruppe.

@srfnews

So heisst der TikTok-Kanal der SRG. Darauf werden vor allem tagesaktuelle News gepostet. In den Videos werden auch oft direkte Quellen und gesprochene Zitate gezeigt, zum Beispiel von Interviews oder Pressemitteilungen. Teilweise sieht man in den Videos nur Bilder und Text, der die Geschehnisse genauer erklärt. Im Feed finden sich allerdings auch einige Erklärvideos, wie zum Beispiel zum Ende der Credit Suisse.

@izzyprojects

izzy ist ein reines Social-Media-Format. Das „izzy project“ gehört zum Medienhaus Ringier. Durch das Vermischen von Comedy und Satire mit News-Themen ist das Format beim jungen Publikum sehr beliebt. Der Kanal klärt zum Beispiel über Internetbetrugsmaschen auf, aber auch über Themen wie Abtreibung, gängige Verschwörungstheorien und vieles mehr.

@20minuten

20 Minuten gehört als Medientitel zur TX Group. Neben der bekannten Gratiszeitung ist die Redaktion auch sehr aktiv auf TikTok. Auf dem Kanal gibt es eine Mischung aus ernsteren Kurznachrichtenvideos und unterhaltungsorientierten Inhalten, die auf eine junge Zielgruppe abgestimmt sind. Die Videos sind meist von Hosts aus der Redaktion moderiert oder mit einem Voiceover versehen.

@sodabyblick

Der Newskanal vom Blick konzentriert sich auf Nachrichten für junge Menschen. Die zwei Hosts des Kanals erklären Tagesaktualitäten leicht verständlich. Neben dem News-Content findet man auch praktische Tipps für das alltägliche Leben, zum Beispiel wie die Steuererklärung ausgefüllt werden muss, oder was man an Weihnachten verschenken kann.

@nzz

„Das Weltgeschehen auf deiner #fyp“, so beschreibt die Neue Zürcher Zeitung ihren TikTok-Kanal. Der Content orientiert sich an tagesaktuellen Nachrichten. Oft werden Geschehnisse von einem Journalisten oder einer Journalistin erklärt und mit Bildmaterial angereichert. Man findet auch Videos von Korrespondenten, die direkt aus einem Gebiet berichten und mit Betroffenen sprechen, wie zum Beispiel aus Syrien.

@afpfr

AFP ist eine internationale Nachrichtenagentur, die in sechs verschiedenen Sprachen über das Weltgeschehen berichtet. Auf dem französischsprachigen Kanal findet man News über die ganze Welt, vorwiegend erklärt von Journalisten oder Experten. Einige der Videos sind auch auf Englisch mit französischem Untertitel versehen.

@RTSInfos

RTS als Teil der SRG bietet auf seinem Kanal Nachrichten und Hintergründe in französischer Sprache. Neben internationalen Themen findet man auf RTS auch regionale Berichterstattung und Informationen über Ereignisse aus der Westschweiz. Im Vergleich zum deutschsprachigen Kanal werden die Videos bei RTS in der Regel moderiert und es wird mit weniger Textelementen gearbeitet.

Faktencheck-Kanäle auf TikTok:

Neben TikTok-Kanälen, die vor allem Informationen vermitteln, gibt es auch einige Profile, die sich auf Faktenchecks spezialisiert haben. Die Redaktionen dahinter prüfen Behauptungen aus dem Netz auf ihre Richtigkeit. Entsprechende Faktencheck-Videos können Jugendlichen helfen, Fakten zu prüfen und sie dazu anregen, Informationen im Netz zu hinterfragen:

@correctiv_faktencheck

@dpa_factchecking

@mimikama

@faktenfuchs (BR24)

@ARD-Faktenfinder

Solche Kanäle sind besonders geeignet, um im Unterricht verschiedene Faktencheck-Methoden zu thematisieren und so den Jugendlichen verschiedene Tools mitgeben zu können.

Anmerkung: Die Einbindung der App TikTok ist erst in höheren Klassenstufen möglich, da die Plattform eine offizielle Altersbegrenzung von 13 Jahren hat.

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