Das Whitepaper «Ausgabe Journalismus» unserer Schwesterorganisation #UseTheNews (Deutschland) richtet sich an Journalist:innen und Redaktionen. Wie erreicht man junge Menschen in der Informationsflut mit Nachrichten? Auf 80 Seiten gibt #UseTheNews Antworten auf diese Frage, unter anderem mit Einblicken in die Erkenntnisse des Social-Media-Testlabors «Social News Daily». Die Learnings aus Deutschland sind auch für die Schweiz wertvoll, denn die Herausforderung, junge Menschen für Journalismus zu begeistern, ist grenzübergreifend.

Herausgeber des Whitepapers sind #UseTheNews, die Madsack Stiftung und der Medienverband der freien Presse (MVFP).

Ein Überblick über die wichtigsten Inhalte:

  • Studien: Verschiedene Studien von #UseTheNews geben Einblick in das Mediennutzungsverhalten von jungen Menschen. Ein zentrales Learning dabei ist vor allem, dass der Mehrheit der Jugendlichen der Bezug fehlt, weshalb Nachrichten wichtig für ihr eigenes Leben sind.
  • Social News Desk: Hier geht es um neue journalistische Formate für Plattformen wie TikTok oder Instagram, um junge Zielgruppen dort zu erreichen, wo sie sich informieren. Das Whitepaper zeigt, welche Strategien funktionieren, um Nachrichten auf Social Media erfolgreich zu platzieren. Auch ein spannender Ansatz für Schweizer Medienhäuser, die ebenfalls vor der Herausforderung stehen, die junge Generation über digitale Kanäle zu erreichen.
  • Newscamps: Ein Ort, an dem Journalist:innen auf Schüler:innen treffen und in den direkten Austausch gehen. Durch diesen praxisnahen Ansatz gewinnen junge Menschen ein besseres Verständnis für den Entstehungsprozess von Nachrichten. Im Whitepaper findet man dazu Learnings, Organisation und konkrete Tipps für Lehrkräfte.
  • Modellprojekte: Dieses Kapitel zeigt, wie Schulklassen und Lokaljournalismus zusammenarbeiten, um Nachrichtenkompetenz zu fördern. Schüler:innen berichten über regionale Themen und erleben den Wert unabhängiger Berichterstattung. Eine spannende Idee für die Schweiz, wo Lokalmedien ebenfalls mit Nachwuchsproblemen kämpfen.
  • Lessons Learned: Hier fasst #UseTheNews nochmal übergreifend ihre Learnings zusammen aus dem «Jahr der Nachricht». Die Tipps bieten eine Grundlage für zukünftige Projekte im Bereich der Nachrichtenkompetenzförderung.

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Was kostet das Fehlen von Journalismus?

350–500 Milliarden US-Dollar. So viel kostet Desinformation geschätzt die Weltwirtschaft jährlich. Die Zahl stammt aus einem aktuellen Report von der DW-Akademie, UNESCO und dem International Fund For Public Interest Media. Die zentrale These des Reports: Unabhängiger Journalismus ist kein „nice to have“, sondern eine Art Infrastruktur – vergleichbar mit sauberem Wasser oder funktionierenden Strassen. Fehlt sie, hat das messbare Folgen für die Wirtschaft, die Sicherheit und den Umgang mit Krisen.

09.07.2026, Andrina Schmid

Wie Social Media und KI den Nachrichtenkonsum verändern

Erstmals beziehen Menschen weltweit ihre Nachrichten häufiger über soziale Netzwerke und Videoplattformen als direkt über die Websites von Medienhäusern. Das zeigt der neue Digital News Report des Reuters Institute. Die Schweiz folgt diesem Trend zwar ebenfalls – klassische Medienmarken bleiben hier aber deutlich wichtiger als im internationalen Vergleich. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse.

18.06.2026, Andrina Schmid

Die Wahrheit hat ein Deepfake-Problem

KI hat seit Chat-GPT Einzug in unseren Alltag genommen. Mit der KI-Revolution taucht auch ein neuer Begriff vermehrt auf: Deepfakes. KI-generierte Bilder und Videos, die Inhalte verbreiten, welche so nie stattgefunden haben. Eingesetzt werden sie vermehrt auch in politischen Kampagnen. Über Deepfakes und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung und vor allem die Demokratie, ist noch wenig bekannt.

02.06.2026, Andrina Schmid

Wie Jugendliche für Medien gewonnen werden können

Junge Zielgruppen konsumieren Medien anders als ältere Menschen. Was heisst das aber für Verlags- und Medienhäuser? Wie sollen Journalist:innen Formate entwickeln, die „funktionieren“? Das Programm CCYA unserer deutschen Schwesterorganisation hat genau das zum Inhalt. Ein Jahr nach der Lancierung ziehen die Kolleg:innen eine erste Bilanz.

02.06.2026, UseTheNews

Erste Hilfe gegen die Informationsflut

Wir alle kennen den Erste-Hilfe-Kurs. Er ist für den Erwerb des Fahrausweises in der Schweiz obligatorisch. „Digital fahren“ dürfen und können wir aber ohne Ausbildung. Dem wollen wir gegensteuern mit dem „Erste-Hilfe-Kurs für die Nachrichtenkompetenz. Er richtet sich an alle jungen Erwachsenen in der Schweiz an der Schwelle zur politischen Mündigkeit, aber auch an jene ohne Stimm- und Wahlrecht, an Lehrpersonen auf Sek II-Stufe, in Gymnasien und Berufsschulen, sowie an Bildungsverantwortliche, etwa in Lehrbetrieben, und an Eltern. Die Inhalte können aber auch bei Einbürgerungsaktivitäten auf kommunaler und kantonaler Ebene eingesetzt werden.

01.06.2026, Markus Spillmann

KI-Inhalte: 94 Prozent befürworten eine Kennzeichnungspflicht

Eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent der Schweizer Bevölkerung findet es schlecht, dass Medieninhalte auf Basis des Nutzungsverhaltens personalisiert werden. Auch KI-Inhalte kommen nicht gut an: Nur ein Viertel ist der Meinung, dass KI-generierte Inhalte Social Media attraktiver gemacht haben, beinahe alle sind für eine Kennzeichnungspflicht und 87 Prozent erwarten durch KI eine Zunahme der Cyberbetrugsfälle. Zudem möchte gut die Hälfte der Befragten gerne weniger Zeit an ihren privaten digitalen Geräten verbringen, bei den Erwachsenen unter 36 Jahren sind es gar zwei Drittel – dies zeigt der zweite AXA Cybersorgenmonitor.

06.05.2026, Medienmitteilung

Nur noch 1% der Welt lebt in «guter» Pressefreiheit

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat am 30. April 2026 die jährliche Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Die interaktive Karte, die jeweils mit veröffentlicht wird, färbt sich zunehmend orange und rot und zeigt damit auf: Die Pressefreiheit hat sich im Vergleich zum letzten Jahr weiter verschlechtert. Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in einer Gegend, in der die Lage als gut eingestuft wird. Die Rangliste macht Trends erkennbar, doch für vollständiges Verständnis braucht es ebenfalls einen differenzierteren Blick auf die Messmethode selbst.

04.05.2026, Andrina Schmid