Wer ein Auto fahren will, muss erste Hilfe leisten können. Dafür gibt es Kurse, wie hier in Deutschland. Wir meinen, dass es auch für die politische Mündigkeit sinnvoll ist, sicher in der Informationswelt zu navigieren. Daher haben wir von UseTheNews gemeinsam mit dem E-Learning-Anbieter evulpo und der ZHAW einen Erste-Hilfe-Kurs für die Nachrichtenkompetenz von jungen Erwachsenen entwickelt. (KEYSTONE/DPA/Bernd Thissen)

In der Schweiz ist die Zahl jener Menschen mit über 46% besonders hoch, die Nachrichten entweder stark unterdurchschnittlich oder gar nicht mehr konsumieren. Und gleichzeitig wird die Nachrichtenwelt – auch dank KI – durch Desinformation und Manipulation geflutet. Beides gefährdet die demokratische Meinungsbildung. Besonders relevant ist dies bei jungen Erwachsenen an der Schwelle zur politischen Mündigkeit. Mit Blick auf diese Problemlage gibt es nun zum ersten Mal für die Schweiz ein massgeschneidertes Bildungsangebot für junge Erwachsene im Alter 16 und 20 Jahren – den Erste-Hilfe-Kurs zur Nachrichtenkompetenz. Das Projekt wurde von UseTheNews, evulpo AG und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften umgesetzt. Um was es dabei geht, erklärt Euch Andrina Schmid, Stv. Geschäftsführerin von UseTheNews:

Zwölf digitale Selbstlernlektionen

Das von der FERS-Stiftung finanzierte Bildungsangebot besteht aus zwölf digitalen Selbstlernlektionen mit Video-, Text- und Übungssequenzen, die in vier Lernpfaden die aus Sicht der beteiligten Expert:innen wichtigsten Fertigkeiten in der inhaltlichen Mediennutzung thematisieren. Produziert wurden die Inhalte vom «Best of Swiss Web»-E-Learning-Unternehmen evulpo AG, die wissenschaftliche Begleitung leistet das Institut für Angewandte Medienwissenschaft der ZHAW, die Gesamtverantwortung liegt bei uns von UseTheNews (Schweiz), der Allianz zur Förderung der Nachrichtenkompetenz aus Keystone-SDA, SRG SSR und Verlegerverband Schweizer Medien. 

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Wie Jugendliche für Medien gewonnen werden können

Junge Zielgruppen konsumieren Medien anders als ältere Menschen. Was heisst das aber für Verlags- und Medienhäuser? Wie sollen Journalist:innen Formate entwickeln, die „funktionieren“? Das Programm CCYA unserer deutschen Schwesterorganisation hat genau das zum Inhalt. Ein Jahr nach der Lancierung ziehen die Kolleg:innen eine erste Bilanz.

02.06.2026, UseTheNews

KI-Inhalte: 94 Prozent befürworten eine Kennzeichnungspflicht

Eine deutliche Mehrheit von 69 Prozent der Schweizer Bevölkerung findet es schlecht, dass Medieninhalte auf Basis des Nutzungsverhaltens personalisiert werden. Auch KI-Inhalte kommen nicht gut an: Nur ein Viertel ist der Meinung, dass KI-generierte Inhalte Social Media attraktiver gemacht haben, beinahe alle sind für eine Kennzeichnungspflicht und 87 Prozent erwarten durch KI eine Zunahme der Cyberbetrugsfälle. Zudem möchte gut die Hälfte der Befragten gerne weniger Zeit an ihren privaten digitalen Geräten verbringen, bei den Erwachsenen unter 36 Jahren sind es gar zwei Drittel – dies zeigt der zweite AXA Cybersorgenmonitor.

06.05.2026, Medienmitteilung

Nur noch 1% der Welt lebt in «guter» Pressefreiheit

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat am 30. April 2026 die jährliche Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht. Die interaktive Karte, die jeweils mit veröffentlicht wird, färbt sich zunehmend orange und rot und zeigt damit auf: Die Pressefreiheit hat sich im Vergleich zum letzten Jahr weiter verschlechtert. Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in einer Gegend, in der die Lage als gut eingestuft wird. Die Rangliste macht Trends erkennbar, doch für vollständiges Verständnis braucht es ebenfalls einen differenzierteren Blick auf die Messmethode selbst.

04.05.2026, Andrina Schmid

Wie viel ist Journalismus wert?

Junge Menschen lesen kaum noch Zeitungen. Dieser Satz beschäftigt Zeitungsverlage auf der ganzen Welt. Die Zahlungsbereitschaft für journalistische Online-Inhalte ist tief: In der Schweiz liegt sie mit 17 Prozent zwar leicht über dem europäischen Durchschnitt, stagniert aber seit Jahren. Abonnements bleiben ein wichtiger Bestandteil für Finanzierungsmodelle der Medien – doch die Frage drängt sich auf: Wird die Gen Z überhaupt noch für Journalismus bezahlen?

13.01.2026, Andrina Schmid

Suchmaschinen im Wandel: Die neue Rolle von KI als Informationsvermittlerin

«Was hilft bei Erkältung?», «Erster Präsident Amerikas», «Open-Air Gampel 2026 Line-up». So oder ähnlich sah eine typische Google-Suche lange aus. Bis vor Kurzem lieferte die Suchmaschine dazu eine Liste von Links. Jetzt erscheint ganz oben die neue Funktion «Übersicht mit KI». Sie generiert einen kurzen, aus mehreren Quellen zusammengestellten Text, der die Anfrage direkt beantwortet. Damit verändert sich grundlegend, wie wir Antworten erhalten und wie wir Wissen im Netz abrufen.

08.12.2025, Andrina Schmid

News-Deprivation: Warum fehlende Information die Demokratie gefährdet

Immer mehr Menschen in der Schweiz meiden Nachrichten oder konsumieren sie kaum noch. Diese sogenannte News-Deprivation schwächt das Wissen über politische Prozesse und gefährdet die demokratische Teilhabe. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung (46,4%) zählt zur Gruppe der News-Deprivierten. Das zeigt das Jahrbuch Qualität der Medien 2025. Im Kurzinterview erklärt Linards Udris, stellvertretender Forschungsleiter des Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög), die Hintergründe des Trends – und was ihm dennoch Hoffnung macht.

29.10.2025, Andrina L. Schmid

Online, aber nicht dabei: Die digitale Kluft

In der SBB-App kurz ein Ticket kaufen, im Zug dann noch kurz eine Rechnung per E-Banking bezahlen und parallel noch die Schlagzeilen in der News-App lesen. Der Alltag von vielen Menschen findet zu grossen Teilen auch digital statt. Der technische Fortschritt macht’s möglich. Digitalisierung macht das Leben einfacher – nur nicht für alle.

01.10.2025, UseTheNews