Der Fuchs ist schlau – mindestens in der Fabel. Ihn sollen Finnlands Schüler zum Vorbild nehmen, wenn sie Medien nutzen. (Lino Mirgeler/dpa via AP)

Der in Grossbritannien erscheinende „Guardian“ hat das Thema bereits vor vier Jahren recherchiert. Es hat angesichts des russischen Überfalls auf die Ukraine aber wieder oder immer noch grosse Aktualität.

Fixer Bestandteil des nationalen Lehrplans

Im Artikel wird der Schuldirektor, Kari Kivinen, zitiert, der dafür plädiert, schon im Kindesalter mit der Sensibilisierung für Fake News und Desinformation zu beginnen. Er empfiehlt: „Märchen funktionieren gut. Nehmen Sie den schlauen Fuchs, der die anderen Tiere immer mit seinen schlauen Worten überlistet. Das ist doch keine schlechte Metapher für eine bestimmte Art von Politikern, oder?“

Während viele Demokratien sich durch Falschinformationen bedroht fühlen, nimmt Finnland das Problem so ernst, dass es bereits in der Grundschule damit beginnt, es anzugehen.

In den Oberstufen sind Medienkompetenz und kritisches Denken zu einem zentralen, fächerübergreifenden Bestandteil des 2016 eingeführten nationalen Lehrplans geworden.

Fächerübergreifende Sensibilisierung

Im Mathematikunterricht lernen zum Beispiel Kivinens Schülerinnen und Schüler, wie einfach es ist, mit Statistiken zu lügen. In der Kunst sehen sie, wie die Bedeutung eines Bildes manipuliert werden kann. Im Geschichtsunterricht analysieren sie bemerkenswerte Propagandakampagnen, während finnische Sprachlehrer mit ihnen die vielen Möglichkeiten erarbeiten, wie Worte verwendet werden können, um zu verwirren, zu täuschen und zu betrügen.

„Das Ziel sind aktive, verantwortungsbewusste Bürger;innen und Wähler“, sagt Kivinen im „Guardian“. „Kritisches Denken, das Überprüfen von Fakten, das Interpretieren und Bewerten aller Informationen, die man erhält, wo auch immer sie erscheinen, ist entscheidend. Wir haben dies zu einem Kernbestandteil unseres Unterrichts gemacht, und zwar in allen Fächern.

Weiterlesen

Alle Artikel

Wie viel ist Journalismus wert?

Junge Menschen lesen kaum noch Zeitungen. Dieser Satz beschäftigt Zeitungsverlage auf der ganzen Welt. Die Zahlungsbereitschaft für journalistische Online-Inhalte ist tief: In der Schweiz liegt sie mit 17 Prozent zwar leicht über dem europäischen Durchschnitt, stagniert aber seit Jahren. Abonnements bleiben ein wichtiger Bestandteil für Finanzierungsmodelle der Medien – doch die Frage drängt sich auf: Wird die Gen Z überhaupt noch für Journalismus bezahlen?

13.01.2026, Andrina Schmid

Suchmaschinen im Wandel: Die neue Rolle von KI als Informationsvermittlerin

«Was hilft bei Erkältung?», «Erster Präsident Amerikas», «Open-Air Gampel 2026 Line-up». So oder ähnlich sah eine typische Google-Suche lange aus. Bis vor Kurzem lieferte die Suchmaschine dazu eine Liste von Links. Jetzt erscheint ganz oben die neue Funktion «Übersicht mit KI». Sie generiert einen kurzen, aus mehreren Quellen zusammengestellten Text, der die Anfrage direkt beantwortet. Damit verändert sich grundlegend, wie wir Antworten erhalten und wie wir Wissen im Netz abrufen.

08.12.2025, Andrina Schmid

Fakes News, Desinformation und Falschinformation: Alles das gleiche?

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist der Begriff Fake News im Alltag angekommen. Schon zuvor, bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016, wurde er weltweit bekannt. Damals kursierten zahlreiche falsche Meldungen, die angeblich den Wahlausgang beeinflussten. Doch so geläufig der Ausdruck auch ist: Die genaue Bedeutung ist weniger klar definiert, als es scheint.

10.09.2025, UseTheNews

Journalist:in – darf sich wirklich jede:r so nennen?

Im Gegensatz zu Ärzten und Anwältinnen braucht es kein Diplom oder eine offizielle Prüfung, um sich Journalist:in nennen zu können. Das ist legal für jeden, bringt aber einige Probleme und Herausforderungen mit sich.

21.08.2025, Andrina Schmid

Weniger Soziale Medien, mehr soziale Interaktion

Zu viel Social Media kann die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gefährden. Das ist eine Folgerung einer Studie aus Deutschland. Die Forschenden raten zu stärkerer Regulierung – und zu mehr Medienkompetenz-Angeboten.

14.08.2025, UseTheNews

Mehr TikTok, weniger ARD und ZDF

Es sind Befunde mit Zündstoff: Der „Social-Media-Atlas 2025“ zeigt für Deutschland auf, dass Soziale Medien längst nicht mehr ein Jugendphänomen sind – und das Vertrauen in TikTok und Co. im Vergleich zu redaktionell verantworteten Nachrichtenseiten steigt.

11.06.2025, UseTheNews

Journalismus weltweit unter Druck

Die Pressefreiheit ist auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt sich in der jährlichen Rangliste von Reporter ohne Grenzen. Neben zunehmenden autokratischen Regimen und der teils schwierigen Sicherheitslage erwähnt die Organisation auch den steigenden wirtschaftlichen Druck, der weltweit in Redaktionen herrscht, als Herausforderung für den Journalismus.

22.05.2025, Andrina Schmid