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Suchmaschinen im Wandel: Die neue Rolle von KI als InformationsvermittlerinDie New York Times will gegen das KI-Unternehmen Perplexity vor Gericht ziehen. In die von Perplexity erzeugten Texte würden Informationen der New York Times einfliessen, teils würden ganze Artikel übernommen. EPA/JUSTIN LANE
Früher vermittelten Suchmaschinen zwischen Nutzer:innen und unterschiedlichen Informationsquellen. Mit der Möglichkeit, KI direkt Fragen zu stellen, werden Suchplattformen zunehmend selbst zu aktiven Informationsanbietern. Neben Google wird auch ChatGPT von OpenAI immer häufiger als Suchmaschine genutzt. Laut dem Digimonitor der Interessensgemeinschaft Elektronischer Medien Schweiz (IGEM) geben 60 % der Bevölkerung an, KI zumindest gelegentlich zu verwenden – am häufigsten zum Schreiben von Texten, für Übersetzungen und für Suchanfragen. Google bietet nun ebenfalls einen KI-Chatbot, der die wichtigsten Informationen in Kürze zusammenfasst und oberhalb aller Links anzeigt.
Dieser Wandel wurde von Dirk Lewandowski, Professor für Information Research & Information Retrieval an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, in einem Gutachten für die deutschen Landesmedienanstalten untersucht. Ziel war es zu klären, welche Auswirkungen die Integration von KI in Suchmaschinen auf die Meinungsvielfalt hat.
Traffic geht verloren
«The best place to hide a dead body is page 2 of Google search results.» Dieses ironische Motto begleitete Website-Betreiber:innen über Jahre. Mit Suchmaschinenoptimierung versuchten Unternehmen, möglichst weit oben zu erscheinen. Dieses Prinzip verschiebt sich jedoch, wenn KI die Antworten direkt ausgibt. Während Google bei seinen KI-Antworten noch Quellen verlinkt, ist das bei ChatGPT oft nicht der Fall. Wer Quellen sehen möchte, muss ausdrücklich danach fragen. Genau das führt laut Lewandowski zu erheblichen Verlusten beim Website-Traffic. Konkret stellte er Einbrüche zwischen 18 und 50 % fest.
Das betrifft vor allem Medienunternehmen. Viele von ihnen sind auf Klickzahlen angewiesen, um Inhalte über Online-Abonnements zu refinanzieren. Wenn diese Sichtbarkeit künftig sinkt, könnten auch fundierte journalistische Angebote seltener werden – was wiederum die Informationsbasis beeinflusst, auf der KI ihre Zusammenfassungen erstellt.
Ob KI-Antworten am Ende zu mehr oder weniger Sichtbarkeit unterschiedlicher Meinungen führen, ist laut Lewandowski noch offen. Diese Frage wurde im Gutachten nicht empirisch untersucht. Er formuliert allerdings einige Annahmen: Möglich sei etwa, dass KI-Antworten ein breiteres Meinungsspektrum abdecken als die Ergebnisse der klassischen Suchmaschine, die oft nur die Top-Links hervorhebt.
Im Zentrum steht letztlich die Frage, welche Bedeutung Nutzer:innen den Quellen hinter den KI-Antworten beimessen. Benötigen sie diese überhaupt? Wann lohnt es sich, auf weiterführende Links zu klicken? Und wem schreiben sie die Inhalte zu – dem Suchsystem oder den ursprünglichen Quellen?
Fakes News, Desinformation und Falschinformation: Alles das gleiche?Während der Corona-Pandemie kursierten zahlreiche Vermutungen und Falschinformationen darüber, wie die Pandemie entstanden sein soll. An der Universität Zürich wurde im 2021 eine der eher wahrscheinlicheren Theorien auf den Grund gegangen: der möglichen Übertragung des Virus von Fledermäusen auf den Menschen. (KEYSTONE/Ennio Leanza).
Falsche oder irreführende Informationen haben viele Namen: Fake News, Desinformation, Misinformation. Eine Studie des gfs-Zürich zeigt: 96 % der Deutschschweizer Bevölkerung nehmen eine Zunahme von Fake News wahr, und fast ebenso viele erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt. Aber woran denken Menschen eigentlich, wenn sie von Fake News sprechen?
Fake News, Desinformation oder Misinformation?
Von den drei Begriffen ist Fake News sicher der bekannteste und zugleich der umstrittenste. Er wird in unterschiedlichen Zusammenhängen gebraucht:
Kommerzieller Clickbait Viele der Fake News zum Beispiel rund um die US-Wahlen 2016 hatten rein wirtschaftliche Ziele. Sensationsmeldungen wurden massenhaft verbreitet, um Klicks zu generieren und damit Werbeeinnahmen zu erzielen.
Politische Manipulation Der Begriff entwickelte sich schnell zu einem Synonym für absichtlich verbreitete Falschinformationen, die öffentliche Meinungen beeinflussen sollten.
Kampfbegriff gegen Medien Unter anderem benutzte Donald Trump Fake News als Schlagwort, um kritische Berichterstattung zu diskreditieren, ähnlich wie der Begriff Lügenpresseim Deutschen.
Es stellt sich also als einigermassen schwierig heraus, eine klare Definition und Verwendung für den Begriff «Fake News» festzulegen. Die Wissenschaft hat sich deshalb dem Begriff «Desinformation» zugewendet. Die Europäische Kommission definiert den Begriff folgendermassen:
«Desinformation ist ein falscher oder irreführender Inhalt, der mit der Absicht verbreitet wird, zu täuschen oder wirtschaftlichen oder politischen Gewinn zu sichern, und der öffentlichen Schaden zufügen kann.»
Zu unterscheiden ist der Begriff von Misinformation oder Fehlinformation: Dabei handelt es sich um versehentlich verbreitete Falschmeldungen durch einen Fehler oder Nichtwissen. Hier zeigt sich auch die Schwierigkeit der Abgrenzung. Um Desinformation klar erkennen und benennen zu können, müssen sowohl die Absicht des Senders als auch die Wirkung auf den Empfänger bekannt sein.
Eine weitere Problematik ist dabei, dass viele Menschen Informationen, die nicht ihrer Meinung entsprechen, als Fake News oder Desinformation bezeichnen. Wie jemand generell zu Medien steht und wie hoch das Vertrauen in den Absender ist, spielt also durchaus auch eine Rolle. Das wiederum macht es schwierig festzustellen, wie oft Menschen in ihrem Alltag tatsächlich falschen Informationen begegnen, die rein faktisch nicht stimmen. Die effektive Verbreitung von Desinformation ist damit schwer festzustellen.
Fake News scheinen in der breiten Bevölkerung nur gering verbreitet zu sein, schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung. Die Forschung ergebe teilweise ein ironisches Bild, da Fake News auch oft erst an Popularität gewinnen, wenn seriöse Medien diese in die Berichterstattung aufnehmen, zum Beispiel weil sie die Falschmeldung mit einem Faktencheck widerlegen wollen. Dies macht – in bester Absicht – seriöse Medien zu unfreiwilligen Akteuren bei der Verbreitung von Fake News.
Bekämpfung von Fake News, Desinformation und Misinformation
Die Diskussion um Desinformation schürt Misstrauen gegenüber Medien, Politik und generellen Informationen. Daher ist es umso wichtiger, dass die Bevölkerung über eine hohe Medien- und Nachrichtenkompetenz verfügt. Dabei geht es um weit mehr, als nur Desinformation erkennen zu können. Der Erziehungswissenschaftler Dieter Baacke teilt Medienkompetenz in vier Bereiche auf: Medienkritik, Medienkunde, Mediennutzung und Mediengestaltung.
Wer also eine hohe Medienkompetenz hat, ist eher befähigt, sich eine eigene Meinung zu bilden aus der Berichterstattung von Medien über Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft. Gerade in einer Demokratie ist die Fähigkeit, Informationen einschätzen und kontextualisieren zu können, essenziell.
Journalist:in – darf sich wirklich jede:r so nennen?Wer ist Journalist:in und wer nur Schaulustiger hier an der 1. Mai Demonstration in Zürich 2024? Mit blossem Auge schwierig zu erkennen, da sich grundsätzlich jede Person als Journalist:in bezeichnen darf. (KEYSTONE / Ennio Leanza)
Ein Beruf gilt in der Schweiz als reglementiert, wenn für seine Ausübung bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Qualifikationen wie Diplome oder Zertifikate erforderlich sind. Das gilt zum Beispiel für medizinische oder juristische Berufe. Wer ohne entsprechendes Studium den Titel «Arzt / Ärztin» oder «Anwalt / Anwältin» verwendet, macht sich strafbar.
Im Journalismus ist das anders und das hat einen guten Grund: In einer Demokratie sollen alle Menschen grundsätzlich das Recht haben, Informationen zu veröffentlichen, Meinungen zu äussern und Medien zu betreiben. Diese Freiheit ist ein Grundpfeiler der Meinungs- und Medienfreiheit.
Freiheit geht Hand in Hand mit Verantwortung
Wer sich Journalist:in nennt, übernimmt damit aber mehr als nur ein Sprachrohr für die eigene Meinung. Journalist:innen tragen Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit. Sie sollen sorgfältig recherchieren, Fakten von Meinungen trennen und das Publikum verlässlich informieren – zum Beispiel über politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Themen.
Wenn sich aber jede Person mit Reichweite, ob Influencer:in, Blogger:in oder Aktivist:in, einfach Journalist:in nennen kann, ohne sich an berufsethische Standards zu halten, verwässert der Begriff. Für die Öffentlichkeit wird es noch schwerer, qualitativ hochwertigen Journalismus von reiner Meinungsäusserung zu unterscheiden.
Ein Ansatz: Das Berufsregister
Es gibt bereits jetzt Bemühungen, die Berufsbezeichnung der Journalist:innen besser zu schützen. Die Berufsverbände impressum, Syndicom und Stimme Schweizer Medienschaffenden (SSM) haben gemeinsam das Berufsregister ins Leben gerufen. Erfüllt man als Medienschaffender folgende Kriterien, kann man sich dort offiziell eintragen lassen:
Zweijährige hauptberufliche Tätigkeit (mind. 50%) als Medienschaffender nachweisen können
Mitglied in einem der drei Journalist:innenverbände sein
Die Erklärung der Pflichten und Rechte von Journalist:innen (herausgegeben vom Presserat) muss unterzeichnet werden
Ein Eintrag im BR erlaubt den Erhalt des offiziellen Schweizer Presseausweises (Schweizer Presseausweis CH-BR), der markenrechtlich geschützt ist. Er bringt berufliche Vorteile, wie zum Beispiel beim Zugang zu geschützten Informationen, bei Recherchen oder rechtlichen Fragen.
Grobgeschätzt sind ca. 6000 Journalist:innen im Register eingetragen. Das entspricht etwa 2/3 der aktiv tätigen Medienschaffenden. Natürlich gibt es aber auch seriöse Journalist:innen, die nicht offiziell im Berufsregister eingetragen sind, weil sie zum Beispiel neu im Beruf sind, keinem Verband beitreten wollen oder als Freie arbeiten.
Eine weitere Art der Qualitätssicherung ist die Anstellung durch ein Medienhaus. Medienunternehmen haben ihrerseits eine Sorgfaltspflicht, neue Redaktionsmitarbeiter:innen auf ihr Können und ihre Arbeitsweise zu prüfen. Journalist:innen erhalten ihrerseits eine Art «Berufszertifizierung» durch eine Anstellung bei einem privaten Medienhaus oder auch der SRG durch die Markenreputation des jeweiligen Unternehmens.
Der Verband impressum hat neben dem Berufsregister auch das Projekt «Trusted Journalists» lanciert. Auf der Website werden überprüfte Journalist:innen aufgeführt, die berechtigt sind einen offiziellen Presseausweis auf sich zu tragen. Das Register ist für die Öffentlichkeit einsehbar. Ein öffentliches Online-Register würde in Zukunft zum Beispiel ermöglichen, dass bei jedem Artikel der Name des Autors oder der Autorin verlinkt ist auf das Register. So wäre es leicht überprüfbar, ob jemand sich offiziell den ethischen Grundregeln im Journalismus verpflichtet hat oder nicht.
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) prüft derzeit, ob es Presseausweisen, die mit Trust-J.org verknüpft sind, in irgendeiner Form eine offizielle Anerkennung erteilen kann. Die Plattform wird vom BAKOM auch erwähnt im Nationalen Aktionsplan für die Sicherheit von Medienschaffenden in der Schweiz. Voraussetzung wäre, dass die Plattform branchenübergreifen getragen würde.
Wie erkennt man seriösen Journalismus?
Bis eine einheitliche Regelung gefunden wird, gibt es trotzdem einige Tipps und Tricks, um seriösen Journalismus zu erkennen. #UseTheNews Deutschland hat ein kompaktes Handout entwickelt mit Erklärungen und Beispielen rund um das Thema Desinformation sowie Tipps zum Faktenchecken. Hier ein paar mögliche Schritte, um schnell Fakten prüfen zu können:
Haben die Journalist:innen ihre Quellen Transparent gemacht in der Berichterstattung?
Ist ein Publikationsdatum ersichtlich? Manchmal werden auch alte Informationen erneut verbreitet.
Wer ist der Absender der Nachricht? Kommt es von einem Medienhaus? Oder einem privaten Social Media Account?
Die Liste ist natürlich nicht abschliessend. Eine kritische Einordnung von konsumierten Nachrichten ist aber immer erforderlich.
Die Haltung zählt
Dass sich jede:r Journalist:in nennen darf, ist Ausdruck unserer freien Gesellschaft – aber es ist auch eine Herausforderung. Allein durch den Titel ist kein Qualitätsstandart garantiert. Was zählt, ist das Verantwortungsbewusstsein, mit dem jemand arbeitet, recherchiert, prüft und berichtet.
Neben einem besseren Schutz für die Berufsbezeichnung der Journalist:innen, ist der beste Schutz die Steigerung der eigenen Medienkompetenz. Wer weiss wie Medien funktionieren, kann besser prüfen, welche Qualität die Information hat, die publiziert wurde.
Journalismus weltweit unter DruckPlatz 111: Journalist:innen arbeiten in Haiti unter prekären Bedingungen und müssen sich bei Demonstrationen wie zum Beispiel am 19. März 2025 in Port-au-Prince immer wieder in Sicherheit bringen. (KEYSTONE / AP Photo / Odelyn Joseph)
Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (RFS) hat am 2. Mai 2025 ihren jährlichen Bericht zur Lage der Pressefreiheit veröffentlicht. «Die weltweite Lage der Pressefreiheit ist 2025 auf historischem Tiefstand», schreibt RFS in ihrer Medienmitteilung. Neben dem Aufschwung von autokratischen Regimen und fragilen Sicherheitslagen in gewissen Ländern spielt vor allem der ökonomische Druck auf die Medien eine grosse Rolle. In fast einem Drittel der untersuchten Länder mussten Redaktionen im vergangenen Jahr aus wirtschaftlichen Gründen schliessen. Intransparente staatliche Inserate Vergabe, sinkende Werbeeinnahmen und die Marktmacht grosser Tech-Konzerne verschärfen die Situation der Medien zusätzlich. Aufgrund dieses wachsenden wirtschaftlichen Drucks stuft Reporter ohne Grenzen die weltweite Lage der Pressefreiheit erstmals als gesamthaft «schwierig» ein.
Laut RFS leben mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Staaten mit «sehr ernster Lage» der Pressefreiheit. Gerade mal sieben Länder werden als «gut» eingestuft im gesamten Ranking. Die Schweiz verpasst diese Einstufung knapp, ist aber mit «zufriedenstellend» im weltweiten Vergleich sehr gut gestellt.
Die Lage der Schweiz im Detail
Die Schweiz belegt 2025 wie schon im Vorjahr Platz 9 auf der «Rangliste der Pressefreiheit» von Reporter ohne Grenzen. Zwei zentrale Schwachpunkte verhindern ein besseres Abschneiden: Defizite im gesetzlichen Schutz für die Arbeit von Medienschaffenden sowie der zunehmende wirtschaftliche Druck.
Auf juristischer Ebene kritisiert Reporter ohne Grenzen vor allem den Artikel 47 des Bankengesetzes: In der Schweiz ist gesetzlich noch nicht klar geregelt, ob das Bankgeheimnis auch auf Journalist:innen anwendbar ist, deren Berichterstattung auf Bankdaten beruhen, die illegal von Dritten beschafft wurden, zum Beispiel, weil sie geleakt wurden oder von einem Whistleblower stammen. Selbst wenn die Medienschaffenden selbst nicht gegen das Gesetz verstossen haben, sondern sich an ihre beruflichen Standards halten, drohen ihnen unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen. Reporter ohne Grenzen Schweiz fordert daher eine klare Gesetzesänderung, um den Schutz von journalistischer Arbeit im Einklang mit der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu gewährleisten.
Das Jahr 2024 war in der Schweiz von umfassenden Sparmassnahmen in den Medienunternehmen geprägt. Diese Entwicklung belastet die ohnehin angespannte Lage der Medienlandschaft weiter. Die langfristige Gewährleistung eines flächendeckenden und verlässlichen Informationsangebots ist insbesondere in Randregionen nicht gesichert. Eine Übersicht über die wirtschaftliche Lage der Medienlandschaft hat die Republik in einem fortlaufenden «Watchblog» erstellt. Darin werden Entlassungen, Sparmassnahmen und politische Debatten rund um Journalismus chronologisch festgehalten.
Neben den wirtschaftlichen Problemen wird von Reporter ohne Grenzen auch die fehlende Regulierung von Online-Plattformen kritisiert. «In der Schweiz mit ihrem System der direkten Demokratie ist dieser Punkt besonders wichtig», sagt Isabelle Cornaz, Präsidentin von RSF Schweiz.
Keine Lust mehr auf News
Neben den strukturellen Problemen, denen der Journalismus gegenübersteht, ist auch das individuelle Nutzungsverhalten von der Bevölkerung entscheidend. Fast die Hälfte der Menschen in der Schweiz verzichtet ganz auf aktiven Nachrichtenkonsum und zählt damit zu den sogenannten News-Deprivierten. Wenn das Interesse schwindet an Journalismus, schwindet auch das Bewusstsein für Missstände in der Medienbranche, aber auch ganz generell in politischen Diskursen.
Dazu kommt, dass immer mehr junge Leute, News ausschliesslich über Social Media konsumieren, was die Finanzierung von unabhängigen Medienplattformen enorm erschwert. Medienhäuser können zwar über Social Media eine hohe Reichweite generieren und eine junge Zielgruppe erreichen. Geld verdienen sie damit in den meisten Fällen aber nicht.
Wie kann man Pressefreiheit messen?
Die Rangliste von Reporter ohne Grenzen basiert auf einem umfassenden System: Seit 2002 werden jedes Jahr 180 Länder und Territorien hinsichtlich ihrer Medienfreiheit untersucht. Der Index bewertet fünf Dimensionen:
Politischer Kontext
Rechtlicher Rahmen
Wirtschaftliches Umfeld
Soziokultureller Kontext
Sicherheit
Jeder Staat erhält in diesen Kategorien einen Punktwert zwischen 0 und 100. Der Wert 100 steht für maximale Pressefreiheit. Diese Daten werden zum einen auf Grundlage einer Untersuchung, für die ausgewählte Journalist:innen, Wissenschaftler:innen und Menschenrechtsverteidiger:innen in den jeweiligen Ländern einen Fragebogen mit über 120 Fragen beantworteten, zum anderen auf Grundlage von quantitativen Erhebungen zur Sicherheit von Journalisten und Medien.
Whitepaper «Fit für die Demokratie» – Ausgabe Bildung
Das Whitepaper «Ausgabe Bildung» unserer Schwesterorganisation #UseTheNews Deutschland richtet sich an Lehrkräfte und Personen im Bildungssektor. Der Schwerpunkt liegt inhaltlich auf den Fragen, wie Jugendliche für Desinformation sensibilisiert werden können und Informationskompetenz im Unterricht vermittelt werden kann. Die Erkenntnisse und praxisnahen Ansätze aus Deutschland bieten auch wertvolle Impulse für die Schweiz.
Herausgeber des Whitepapers sind #UseTheNews und Westermann.
Ein Überblick über die wichtigsten Inhalte:
Studien: In verschiedenen Studien wurde das Mediennutzungsverhalten von jungen Menschen in Deutschland untersucht. Die Studien können auch erste Anhaltspunkte für die Schweiz liefern, wie junge Menschen sich auf Social Media und Co. bewegen.
Educate: In diesem Teilkapitel sind konkrete Unterrichtstipps und Materialien zu finden für die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz im Unterricht. Neben Angeboten, die vor allem auf Deutschland ausgerichtet sind, finden sich auch spannende Arbeitsmaterialien für die Schweiz, die allgemeine Themen behandeln, wie zum Beispiel den Ukraine-Krieg, die Klimakrise oder die neuesten Ereignisse bei Meta.
Newscamps: Ein Ort, an dem Journalist:innen auf Schüler:innen treffen und in den direkten Austausch gehen. Durch diesen praxisnahen Ansatz gewinnen junge Menschen ein besseres Verständnis für den Entstehungsprozess von Nachrichten. Im Whitepaper findet man dazu Learnings, Organisation und konkrete Tipps für Lehrkräfte.
Modellprojekte: Dieses Kapitel zeigt, wie Schulklassen und Lokaljournalismus zusammenarbeiten, um Nachrichtenkompetenz zu fördern. Schüler:innen berichten über regionale Themen und erleben den Wert unabhängiger Berichterstattung. Eine spannende Idee für die Schweiz, wo Lokalmedien ebenfalls mit Nachwuchsproblemen kämpfen.
Social News Desk: Hier geht es um neue journalistische Formate für Plattformen wie TikTok oder Instagram, um junge Zielgruppen dort zu erreichen, wo sie sich informieren. Auch für Schweizer Medien sind die Erkenntnisse der Social-Media Redaktion «Social News Daily» spannend, denn auch hier ist Innovation gefragt, um junge Zielgruppen wieder zu erreichen.
Whitepaper «Fit für die Demokratie» – Ausgabe Journalismus
Das Whitepaper «Ausgabe Journalismus» unserer Schwesterorganisation #UseTheNews (Deutschland) richtet sich an Journalist:innen und Redaktionen. Wie erreicht man junge Menschen in der Informationsflut mit Nachrichten? Auf 80 Seiten gibt #UseTheNews Antworten auf diese Frage, unter anderem mit Einblicken in die Erkenntnisse des Social-Media-Testlabors «Social News Daily». Die Learnings aus Deutschland sind auch für die Schweiz wertvoll, denn die Herausforderung, junge Menschen für Journalismus zu begeistern, ist grenzübergreifend.
Herausgeber des Whitepapers sind #UseTheNews, die Madsack Stiftung und der Medienverband der freien Presse (MVFP).
Ein Überblick über die wichtigsten Inhalte:
Studien: Verschiedene Studien von #UseTheNews geben Einblick in das Mediennutzungsverhalten von jungen Menschen. Ein zentrales Learning dabei ist vor allem, dass der Mehrheit der Jugendlichen der Bezug fehlt, weshalb Nachrichten wichtig für ihr eigenes Leben sind.
Social News Desk: Hier geht es um neue journalistische Formate für Plattformen wie TikTok oder Instagram, um junge Zielgruppen dort zu erreichen, wo sie sich informieren. Das Whitepaper zeigt, welche Strategien funktionieren, um Nachrichten auf Social Media erfolgreich zu platzieren. Auch ein spannender Ansatz für Schweizer Medienhäuser, die ebenfalls vor der Herausforderung stehen, die junge Generation über digitale Kanäle zu erreichen.
Newscamps: Ein Ort, an dem Journalist:innen auf Schüler:innen treffen und in den direkten Austausch gehen. Durch diesen praxisnahen Ansatz gewinnen junge Menschen ein besseres Verständnis für den Entstehungsprozess von Nachrichten. Im Whitepaper findet man dazu Learnings, Organisation und konkrete Tipps für Lehrkräfte.
Modellprojekte: Dieses Kapitel zeigt, wie Schulklassen und Lokaljournalismus zusammenarbeiten, um Nachrichtenkompetenz zu fördern. Schüler:innen berichten über regionale Themen und erleben den Wert unabhängiger Berichterstattung. Eine spannende Idee für die Schweiz, wo Lokalmedien ebenfalls mit Nachwuchsproblemen kämpfen.
Lessons Learned: Hier fasst #UseTheNews nochmal übergreifend ihre Learnings zusammen aus dem «Jahr der Nachricht». Die Tipps bieten eine Grundlage für zukünftige Projekte im Bereich der Nachrichtenkompetenzförderung.